Kann die Wirtschaft nachhaltig werden?

Vor kurzem hat mich Christoph Harrach, Veranstalter des jährlichen KarmaKonsum-Kongresses und Betreiber des KarmaKonsum-Blogs für seine Dissertation interviewt. Das Interview geriet nach kurzer Zeit zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über die Frage, ob sich Unternehmen ändern lassen, wenn ihre Mitarbeiter privat einen nachhaltigen Lebensstil verwirklichen. Das INterview ist live nachzuhören auf der KarmaKonsum-Seite.

Oya 10: Mehr als Demokratie

Unter dem Motto »Gut bürgerlich!« ist Anfang September die zehnte Ausgabe von Oya erschienen. Sie handelt von der schon heute lebendigen Praxis und zukünftigen Vision einer Bürgerinnen- und Bürgergesellschaft. Dabei werden keine Patentrezepte verkündet, sondern der Fokus richtet sich auf Menschen, die anhand ihrer Lebenspraxis in der Stadt oder auf dem Land neue Wege entwickeln, gemeinschaftlich Entscheidungen zu treffen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und sich politisch Gehör zu verschaffen. Wenn sich diese Praxis mit mutigen konkreten Utopien einer weiterentwickelten Demokratie verbindet, kann schnell eine dynamische Bewegung entstehen, die weit über das, was mit dem Unwort “Wutbürger” abgetan wird, hinausgeht.

Mehr unter www.oya-online.de

Erste globale Online-Universität vorgestellt

Am 9. September wurde jn Budapest im Gewölbesaal der mittelalterlichen Burg die erste globale Internet-Universität der Öffentlichkeit vorgestellt. Die »Gior­dano Bruno GlobalShift University« hat damit ihre mehrjährige Vorbereitungsphase abgeschlossen und geht nun in den letzten Projektabschnitt vor Aufnahme des Studienbetriebs: Im Rahmen eines Franchise-Konzepts werden nun Kontrakte mit nationalen und regionalen Partnern geschlossen, die den virtuell Studierenden weltweit auch konkrete Orte zur leibhaftigen Begegnung bieten sollen.
Das Konzept der Universität, das in enger Partnerschaft mit dem Club of Budapest entwickelt woprden ist, spiegelt sich in der Namensgebung wider: Giordano Bruno war im Gegensatz zur katholischen Kirche davon überzeugt, dass nicht die Erde das Zentrum der Welt darstellt, sondern das Universum keinen Anfang und kein Ende hat, dass es unendlich ausgedehnt ist und so voller Leben, dass das Jenseits keinen Platz darin findet. Er endete 1600 in Rom auf dem Scheiterhaufen. Die neue Universität versteht sich gleichfalls als Ort für »häretische« Forschung, die sich bewusst um die (R)Evolution des herrschenden Weltbilds bemüht. In mehreren »Schulen« sollen die Dinge studiert werden können, die die Menschheit für eine Zukunft in völlig anders gearteten Rahmenbedingungen braucht, als wir sie heute kennen. Das ganze Projekt ist getragen von der Hoffnung, es möge noch ausreichend Zeit sein, der jungen Generation, und da vor allem denjenigen jungen Menschen, die mangels Finanzmitteln sonst keinen Zugang zu höherer Bildung hätten, das Tor zum besten Zukunftswissen unserer Zeit zu öffnen. Der Studienbetrieb soll im Frühjahr 2012 aufgenommen werden.

Friedensfestival in Berlin

Am Wochenende 2. und 3. Juli findet in Berlin auf dem Alexanderplatz das 3. große Friedensfestival statt. Es ist ein großes Fest der Akteurinnen und Akteure, denn das Programm wird von den Gruppen gestaltet, die sich an dem Festival beteiligen. Es gibt Vorträge, Diskussionsrunden, Aktionen, Musik und jede Menge Infostände von Projekten, die sich aktiv dem Thema Frieden verschrieben haben und Möglichkeiten bieten, mitzumachen. Der Club of Budapest Deutschland ist auch dabei: Am Samstag, den 2. Juli, um 20:00 Uhr, moderiert Johannes Heimrath eine Gesprächsrunde zum Thema „Warum ist Frieden (nicht) möglich?“. Umfassende Informationen gibt es auf der Seite www.friedensfestival.org. Die Veranstalter leisten die Organisationsarbeit ehrenamtlich, und das Festival kostet keinen Eintritt, um wirklich jeder und jedem die Teilnahme zu ermöglichen. Jede Form der Unterstützung ist willkommen.

Oya 8: Geldbeben

In Oya 8 geht es ums Geld – wie man es selber macht, wie man es anders verwendet, wie man ohne Geld auskommt, wie man anders über Geld denken kann. Zu den Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmern gehören diesmal u.a. die beiden Volkswirtschaftler Nico Paech und Friederike Habermann, der Journalist Harald Schumann, der Experte für Komplementärwährungen Ludwig Schuster und Georg Schuermann, Geschäftsführer der Triodos Bank. In der Rubrik „Gesundheit“ ist diesmal ebenfalls ein interessantes Gespräch wiedergegeben: Der Wissenschaftsautor Marco Bischof, der Philosoph Klaus Michael Meyer-Abich und Harald Walach, Professor für Forschungsmethodik komplementärer Medizin, sprechen über ein Gesundheitsverständnis, das den Prozess des „Gesundseins“ in den Mittelpunkt stellt. Weitere Informationen auf der Webseite www.oya-online.de.

Die Zeit ist reif

Internationaler Kongress für Matriarchatsforschung
vom 12. bis 15. Mai in St. Gallen

Die von der Begründerin der modernen Matriarchatsforschung Heide Göttner-Abendroth geleitete Akademie Hagia organisiert zusammen mit dem Netzwerk FriedensFrauen Weltweit in St. Gallen einen internationalen Kongress über die Frage, welchen Beitrag Matriarchate für eine zukünftige Gesellschaft leisten können.

Das Interesse an der matriarchalen Gesellschaftsform wächst weltweit, nicht zuletzt deshalb, weil das Studium der weitestgehend gewaltlosen Gesellschaftsordnungen noch existierender matrifokaler Kulturen wichtige Erkenntnisse für eine friedliche globale Zukunft vermittelt. Matriarchate folgen mütterlichen Werten und beruhen auf der Gleichwertigkeit der Geschlechter. Ihre politischen Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Äußerst intelligente, soziale Spielregeln gewährleisten ein gutes Leben für alle. Die praktischen Möglichkeiten, die sich aus dem Wissen über matriarchale Gesellschaften ergeben, haben das Potenzial, zu neuen politischen Leitlinien zu werden. Dazu gibt es inzwischen viele Ideen und neue Handlungsweisen in den feministischen und in anderen alternativen Bewegungen. Der Kongress wird Akteurinnen und Akteure aus all diesen unterschiedlichen Szenen und Subkulturen versammeln. Was sie über ihre Aktivitäten berichten werden, soll Mut machen, die konkrete Vision einer neuen Gesellschaft zu entwickeln, die einen sicheren Weg aus den Verirrungen der heutigen, patriarchal verfassten Welt findet.

Der Kongress folgt bereits zwei vorangegangenen Weltkongressen für Matriarchatsforschung, die 2003 in Luxemburg und 2005 in den USA stattfanden. Dort wurden nicht zuletzt mit der Diskussion einer auf der Gabe beruhenden Wirtschaftsweise Grundlagen für ein zukunftsweisendes, lebensförderndes Handeln gelegt. Viele Menschen wissen inzwischen, dass es so nicht weitergeht und dass der Wandel intelligente und entschlossene Unterstützung braucht. Deshalb dürfte das Motto dieses dritten Kongresses viele ansprechen: „Die Zeit ist reif.“

Veranstaltungsort ist die Tonhalle in St. Gallen/Schweiz. Weitere Informationen gibt es hier.

Symposium zu Evolution, Bewusstsein und Quantenphysik

Am 14. und 15. Mai 2011 findet in Heidelberg ein Symposium statt, das 18 renommierte Wissenschaftler zusammenführt, um gemeinsam mit einem interessierten Publikum über die Frage nachzudenken, ob es ein kollektives Bewusstsein gibt und dieses letztlich sogar das ganze Leben steuert. Das Symposium steht unter dem Motto »Evolution, Bewusstsein, Quantenphysik« und wird von der Quantica-Initiative des Fritz-Albert-Popp-Instituts veranstaltet. Zentrale Fragen des Symposiums sind: Wie hängen Licht, Leben und Bewusstsein zusammen? Welche Erkenntnisse der Quantenphysik sind Grundlage für ein neues Weltbild? Wie erklärt sich unser Bewusstsein? Wie entsteht ein Gedanke? Und was hat unsere Evolution eigentlich vorangetrieben?

Die Veranstalter sind davon überzeugt, dass die Quantenphysik jeden unserer Lebensbereiche nachhaltig beeinflussen wird, allen voran den Gesundheitsbereich. Die Forschungen und Erkenntnisse von Fritz Albert Popp zu den Biophotonen, die von der Wissenschaft als Informationsträger des Lebendigen angesehen werden, ermöglichen technische Entwicklungen, mit denen der Mensch in seiner Biodynamik besser diagnostiziert und verstanden werden kann. Zu den eingeladenen Experten gehören die Quantenphysiker Hans-Peter Dürr und John Swain, die Informationsmediziner und Psychologen Hendrik Treugut und Ruth Rosenbaum und der Kohärenzforscher Lev Beloussov. Das ausführliche Programm finden Sie auf der Webseite von Quantica.

Der Club of Budapest Deutschland e.V. ist Kooperationspartner der Veranstaltung. Als Mitglied oder Förderer des Clubs können Sie eine Vergünstigung von 20% auf die Teilnahmegebühr erhalten, indem Sie bei der Registrierung im Internet den Gutscheincode »COB« angeben.

Aber so geht’s auch nicht!

Unter der Überschrift „Das geringere Übel“ versucht Robert Misik in der taz vom 16. März 2011 eine Abwägung zwischen den Verheerungen, die wir mit unseren diversen Energieerzeugungsmethoden bisher angerichtet haben. Er meint: „Wir werden also auch in den nächsten Jahren nicht eine entschiedene Flucht aus der Atomenergie erleben, sondern wir werden weiter mit den bekannten Abwägungsargumenten konfrontiert sein. Wir werden hören, dass wir, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen, zwischen Risiken wählen müssen. Und das ist schon eine Formulierung, die vernebelt. Denn das Wort ‚Risiko‘ unterstellt ja, dass wir hier negative Folgen akzeptieren müssen, die eintreten könnten, wenn es schlecht läuft, aber nicht so eintreten müssen. Aber das ist natürlich nur zur Hälfte wahr. Denn die Katastrophen finden statt. Mal schleichend, mal sterben viele Menschen, manchmal wenige. Aber wir nehmen nicht das Risiko von Todesopfern in Kauf, wir nehmen Todesopfer in Kauf. Wir nehmen nicht das Risiko von Verheerungen in Kauf, wir nehmen Verheerungen in Kauf. Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.“

So weit, so gut. Aber wie sieht sein Zukunftsbild aus, um aus dieser Zwickmühle herauszukommen? So: „Dafür braucht es: effiziente Stromnetze, ganz neue Leitungen, Windparks mit vielen hunderttausend Windrädern, Wasserkraftwerke, Speicherkraftwerke, intelligente Tools zum Stromsparen in jedem Haushalt, Solarkraftwerke von vielen hunderten Quadratkilometern, womöglich in der Wüste, und damit ein integriertes Stromnetz, das von der Sahara bis nahe dem Polarkreis reicht – denn Sonnenenergie gewinnt man am besten in Afrika, Speicherkraftwerke lassen sich dagegen am besten an der norwegischen Steilküste errichten.“

Ist das nicht eine nicht minder schreckliche Vorstellung? Viele hunderttausend Windräder? Verheerend! Viele Hunderte Quadratkilometer Solarkraftwerke? Verheerend! Wollen wir wirklich eine Menschheit am Draht bleiben oder noch verdrahteter werden als bisher? Robert Misik meint: »All das wird nicht ‚der Markt‘ erledigen, weder geniale Tüftler in irgendwelchen Start-ups noch die großen Energiemultis. Dafür braucht es den konzentrierten Willen ganzer Gesellschaften“ – von Lemmingen, möchte man schaudernd hinzufügen.

Die taz ist doch eigentlich ein vernünftiges Blatt. Warum lässt sie so etwas durchgehen? Noch nie davon gehört, dass die Übernutzung der jährlich erneuerbaren Ressourcen der Erde bereits heute einen halben zweiten Planeten braucht? Noch nie was von Jevons’ Paradox bzw. dem Rebound-Effekt gehört, demzufolge – bis auf wenige Ausnahmen – der Verbrauch einer Ressource insgesamt steigt, je effektiver man sie ausbeuten kann? Noch nie das Wort „Schrumpfung“ gehört, neudeutsch derzeit „Degrowth“, französisch „Décroissance“? Was muss noch geschehen, bevor es in den Hirnen wenigstens der aufgeklärteren Meinungsbildner Klick macht und sie sehen: So geht es nicht weiter!? Das Gleiche wie jetzt, nur anders befeuert, das kann es nicht sein. Eine Welt, die den heutigen Leistungshunger nicht reduziert, wird grauenvoll aussehen. Unsere erneuerbar energetisierten Landschaften werden es von allen Hügeln, aus allen Brach- und Sandflächen und Maisfeldern nur so herausschreien, dass wir den Verstand verloren haben. Einer aus unserem Team trug kürzlich eine Tafel herum mit dem nur scheinbar witzigen Spruch von Erich Fried: „Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“ Es braucht „den konzentrierten Willen ganzer Gesellschaften“, um den ökologischen Fußabdruck der hochtechnisierten Welt auf ein nicht selbstzerstörerisches Niveau zu senken. Das wird nur mit einer massiven Zurücknahme von Wachstum gehen, mit fundamentalen Umdeutungen der Werte, denen wir heute nachjagen – und dazu wird ein kompletter Systemwechsel vom Kapitalismus hin zu etwas Neuem gehören. Das wäre vermutlich kein weiterer „Ismus“, sondern hätte mit der erst wenigen bekannten und von noch wenigeren praktizierten Kultur der Gabe und der Allmende zu tun – auf jeden Fall aber mit einer grundlegenden Neudefinierung von dem, was wir Lebensqualität nennen. Nur zur Erinnerung: Der ökologische Fußabdruck der Industrieländer liegt mit 6,8 Hektar um 4 Hektar über dem Maximalwert für eine nachhaltige Entwicklung von 1,8 Hektar und 5,8 Hektar über dem Wert 1, den wir wahrscheinlich besser gestern als heute erreichen müssten, um die Verluste der Übernutzung der jüngeren Jahrzehnte wieder auszugleichen. Wie wollen wir das mit einem bloßen Ressourcenwechsel schaffen? Müsste nicht der „konzentrierte Wille“ unserer Gesellschaften sich auf einen Bewusstseinswechsel richten?

Atombeschämung

Die Beobachtung, wie sich unsere von Fukushima aufgeschreckten Bundes-Atomfreunde in diesen Tagen winden, lässt in mir nur zwei Regungen zu: „Vergib ihnen, Herr, denn sie wissen nicht, was sie tun“ ist die eine, zynische. Zorn ist die andere. Da plappert allen Ernstes ein bayerischer Umweltminister (!) namens Markus Söder sein Damaskus-Erlebnis heraus und kommt sich vermutlich dabei noch ähnlich „ehrlich“ vor wie der ins Gegenlicht seines Treppenhauses entschwebte Freiherr Dr. fraudis causa KT (ich zitiere die Nürnberger Nachrichten vom 13. März 2011): „‚Es ist ein so fundamentales Ereignis, dass wir wirklich alles hinterfragen müssen‘, sagte Söder vor dem Hintergrund der Atom-Katastrophe in Japan. Söder will die Atomkraftwerke gewissermaßen sicherer als sicher machen. Es gehe nun darum, ‚Sicherheit nicht nur zu optimieren, sondern zu maximieren‘, sagte er. Dazu brauche es eine intensive Debatte. Söder wehrte sich gegen den Vorwurf, die Gefahren unterschätzt zu haben. ‚Eine solche Katastrophe konnte keiner vorhersehen. Die Natur schreibt ein anderes Drehbuch als der Mensch.‘“ A-hahahahahahahaa.

Dass sich so etwas die Millionen Bürgerinnen und Bürger vorsagen lassen müssen, die seit Jahrzehnten genau vor einem derart „fundamentalen Ereignis“ warnen! „Eine solche Katastrophe“ war und ist eben gerade vorhersehbar, da genau das in der grundsätzlichen Unvorhersehbarkeit der großen Natur liegt, die ja doch kein „anderes Drehbuch schreibt als der Mensch”, sondern gar keines, und den im ganzen Kosmos vermutlich einzigen drehbuchschreibenden Naseweis in ihrem Reich halt zurückstutzt, wo immer seine Hybris ihn auf Abwege treibt! Man muss offenbar bayerischer Umweltminister sein, um die Zeichen am blauen Himmel mit weißen Schäfchenwolken zu verwechseln: Harrisburg, Lucens, Sellafield, Kyschtym, Tschernobyl. Aber muss man sich vor Lubmin, in das die jüngst eingetroffenen Castoren radioaktives Material in der Größenordnung dessen herangekarrt haben, was 1986 in Tschernobyl in die Luft geflogen ist, auch von einem Staatsorgan blutig schlagen lassen, wenn man für seine Überzeugung einsteht, dass Abschalten ein sittliches Gebot ist – nur um wenige Tage später von der Oberin ebendieses Staatsorgans zu hören, dass nun ohne weiteres möglich ist, was zuvor als „alternativlos“ durchgepaukt wurde? Oder meinen Merkel & Co., wir hätten überlesen, dass ein abgeschriebenes deutsches Kernkraftwerk pro Tag 1 Million Euro Gewinn macht (so wird der Geschäftsführer der Forschungsstelle Umweltpolitik an der FU Berlin, Lutz Mez, z.B. in der Süddeutschen Zeitung vom 6. Juli 2009 zitiert)? Das sind in 365 Tagen 365 Millionen, mal 12 Jahre durchschnittliche Laufzeitverlängerung: 4,38 Milliarden Euro, mal 17 AKW macht mal eben 74,46 Milliarden Euro Gewinn, die Oberin Merkel und ihr Kapitel den vier AKW-Betreibern netto vor unseren Augen in die Tasche schieben wollte. Jetzt reibt man sich die Augen, wenn man sie am 12. März nach der Krisensitzung im Kanzleramt im Video der Pressekonferenz stammeln sieht: „An so einem Tag darf man sicher nicht sagen, unsere Kernkraftwerke sind sicher. – Sie sind sicher.“ Noch Fragen?

Ich habe heute die Regierungserklärung zur Atompolitik im deutschen Bundestag so lange mitverfolgt, bis ich es vor Scham nicht mehr ausgehalten habe. Gestern Nacht habe ich dem Gegenstück, der Anhörung der amerikanischen Atombehörde im US-Kongress gebannt zugehört und zugesehen. Was für ein Unterschied! Ergreifender, nüchterner, aufrichtiger, schonungsloser, engagierter und zugleich hilfloser habe ich seit langem kein politisches Gremium mehr miteinander sprechen hören. Das Hearing findet sich jetzt im Archiv, die Sitzung beginnt bei Minute 23:00, sie dauert rund zwei Stunden, und man hört im ersten Teil Gregory Jaczko, den Chef der Atomregulierungsbehörde NRC, sagen, dass sich im Abklingbecken des Reaktors 4 in Fukushima kein Wasser mehr befinde. Wer ein geschliffenes Lehrstück über das ganze Drama unserer zum Kollaps verdammten Kultur sucht, kann es in diesen zwei Stunden erleben.

Leadershift

Internationales Symposium zur Philosophie postkonventioneller Führung

Seit elf Jahren veranstaltet der internationale Club of Budapest immer am 21. März an seinem Stammsitz einen „Tag des Planetaren Bewusstseins“, dieses Mal verbunden mit einem Symposium, bei dem globales Denken und die Voraussetzungen für die individuelle und gemeinsame Entwicklung des Bewusstseins in Hinblick auf Führungsaufgaben in einer nachhaltigen Welt diskutiert werden. Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr in der Festhalle der Ungarischen Kulturstiftung in Budapest, Szentháromság tér 6. Kooperationspartner des Symposiums ist die ELA European Leadership Academy in Berlin.

Nähere Informationen gibt es beim Club of Budapest Ungarn sowie bei der ELA Europan Leadership Academy.

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